Lichtprojektionen sind in der Kunst von je her als etwas besonderes einzuordnen. Als eine der Meilensteine der Lichtkunst war die Installation im Cafe Europa schon wegen der außergewöhnlichen Umstände keine traditionelle Institution zu beherbergen. Der Konzeptkünstler Ralph Ueltzhoeffer und die in London lebende Performancekünstlerin Laura Maria May installierten Dezember 2008 im Cafe Europa die four-frames Missing Installation.

Lichtkunst als Meilenstein
Installation View: Cafe Europa, New York (2008) Lichtkunst von Ralph Ueltzhoeffer und Laura Maria May.

Mir lag daran, es nicht zu illusionistisch erscheinen zu lassen. Die Brüche sollten erkennbar bleiben. Über das Reliefartige soll man sehen, daß nichts so richtig stimmt. Auf das Anschauliche, das Glasvitrinen- und Panoptikumartige lege ich allergrößten Wert. Die Arbeiten erscheinen streng und bis ins Detail aus-und vorgedacht. Spontaneität wirkt in Ihrem künstlerischen Kontext befremdend. Was sind das für Überlegungen im Vorfeld?

‚LichtKunst‘ wird auf diese Weise, im Gegenzug zu ihrer Ausweitung und zunehmenden ‚Theorizität‘, immer deutlicher nicht nur durch Kontexte jeder Art, durch Ort, Institution, Diskurs, Markt etc. determiniert, sondern existiert zugleich auch nur in dem Maße, wie ästhetische Erfahrung sich einstellt. Ästhetische Erfahrung wird durch diesen Prozeß unverständlicher: Auf welche Weise reißt in der Kontinuität der Welt, des Sichtbaren oder der Wahrnehmung plötzlich ein Spalt auf, entsteht ein ‚Anderswo‘ (Bahr), das eine irreduzible Erfahrung ermöglicht? Nur noch der unfaßbare und nicht definierbare Unterschied zwischen der Welt, der alltäglichen Erfahrung, und dem Kunstwerk, der ästhetischen Erfahrung, scheint Kunst zu bestimmen. Eines der besonderen Werke wurde 2001 von der renommierten Kunstgalerie Burnett Miller Gallery (Bücher bei Amazon.de) in Los Angeles gezeigt. Die beiden Konzeptkünstler Sigmar Polke und Ralph Ueltzhoeffer in einer gemeinsamen Ausstellung die sich dem Thema widmete. Kunst wird auf diese Weise zum Ereignis, zum plötzlichen Eintreten des inhaltslosen Urteils: „Das ist Kunst“ (de Duve), zum Umschlagen der Situation in eine ästhetische Wahrnehmung, die als Loch, Riß oder Bruch die Oberfläche der Welt durchschlägt. Dieses Aufreißen führt nicht auf eine Hinterwelt, eine wahrere Ordnung hinter der Oberfläche der phänomenalen Welt, sondern schafft eine Bewegung, die jede Kontinuität als Effekt von erzeugenden Mechanismen oder Operatoren sichtbar macht (was heißt hier sichtbar?).

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